Fachtagung "Herausforderungen beim Artenschutz in kirchlichen Gebäuden"
Am 20.11.24 fand die ökumenische Fachtagung in Weisenbach statt. Folgende Feststellungen bzw. Empfehlungen wurden am Ende der Tagung getroffen: Kirchliche Gebäude bieten wesentliche Lebensstätten für bedrohte Tierarten, damit leisten sie einen ganz wesentlichen Beitrag zum Erhalt dieser Arten. Die Kirchen müssen sich dieser Verantwortung bewusst sein und Artenschutz in und um ihre Gebäude herum sehr ernst nehmen. Hier können Kirchen einen unmittelbaren Einfluss nehmen auf die Bewahrung der Schöpfung.
Die Referent_innen der Fachtagung (v.l.n.r): Thomas Jüttner (DRS), Martin Klatt (NABU BW), Matthias Stöhr (Erzb. Bauamt Heidelberg), Petra Holz (RP Freiburg), Jochen Rapp (EKiBa), Vera Leinert (RP Freiburg), Christian Link (Dekan des Kirchenbezirks Baden-Baden und Rastatt), Elena Ballenthien (Biologin), Christian Dietz (Gutachter), Anja Lehmann (AGF BW), Jochen Lehmann (AGF BW), Carolin Tomasek (AGF BW)
Der Artenschutz soll von nun an als Teil einer routinierten und vorausschauenden Planung konfliktfrei in Bauvorhaben integriert werden, so lassen sich zum Beispiel bei der Berücksichtigung von Brut- bzw. Präsenzzeiten der Arten die Bauzeiten bestimmen. Auch die Umfeldflächen kirchlicher Gebäude bieten erhebliches Potenzial für die Biodiversität. Eine naturnahe Außengestaltung fördert die artenreichen Lebensräume in den Außenanlagen. Die Nutzung heimischer Wildpflanzen ist dabei der Schlüssel zur Unterstützung einer artenreichen Insektengemeinschaft.
Natur ist "patchy": Jeder Kirchturm ist ein "Flicken"; bei mehr als 10.000 kirchlichen Gebäuden entsteht da weit mehr als ein "Flickenteppich", es entsteht eine flächige Wirkung bzw. ein Verbund. Das transportiert die gesetzliche Vorgabe des Biotopverbunds der Landesfläche in den Siedlungsraum hinein, der allzu oft vergessen wird, obwohl sein Anteil an der Landesfläche beständig wächst. Kirche bekommt ein neues Gesicht bei den Artenschützer_innen. Im Hinblick auf den massiven Artenverlust und die Schädigung der Ökosysteme geht es um den Schutz unserer Lebensgrundlage. Kirche nimmt ihre Schöpfungsverantwortung wahr durch konkretes Handeln.
Für Bausachverständige und Architekt_innen heißt das:
- Proaktiv Lebensraum schaffen und Flächen, bzw. Quartiere definieren. Tauben abwehren einerseits, Fledermäusen ein Quartier anbieten andererseits (Einflugmöglichkeiten schaffen).
- Interessen des Artenschutzes aufnehmen in die baufachliche Stellungnahme /kirchliche Bauordnung.
- Die Kirchengemeinden sollen die entsprechenden Förderprogramme der Kirchen mehr in Anspruch nehmen.
