Fledermaus im Gotteshaus

Fledermäuse sind faszinierende, nachtaktive Säugetiere mit einer bemerkenswerten Fähigkeit zur Orientierung. Durch die Nutzung von Ultraschall-Echoortung nehmen sie ihr Umfeld wahr und fangen sie im Dunkeln ihre Beute – vor allem Insekten. Sie "sehen" sozusagen mit den Ohren.
 
Während ihres Fluges kann ihr Herz bis zu 1.000 Mal pro Minute schlagen, im Winterschlaf reduziert sich dieser Wert auf nur noch 12 Schläge.
Als Insektenfresser spielen Fledermäuse eine entscheidende Rolle im Ökosystem, indem sie Schädlinge wie Mücken und Fliegen kontrollieren.
 
Leider sind viele heimische Fledermausarten gefährdet. Der Verlust naturnaher Lebensräume, der Abriss alter Gebäude und das Verschließen von Nischen stellen eine große Bedrohung dar. Auch Nahrungsmangel aufgrund des Insektensterbens und künstliche Beleuchtung gefährden diese Tiere. Besonders für gebäudebewohnende Arten wie das Graue Langohr, das zudem auf alte Gebäude, strukturreiche, unbeleuchtete Landschaften angewiesen ist, wird es zunehmend schwieriger, geeignete Quartiere zu finden.
 
In Städten und Dörfern stellen Kirchen jedoch wertvolle Rückzugsorte für einige Fledermausarten dar. Die hohen Dächer und Türme bieten ideale Quartiere für Arten wie das Große Mausohr und das Graue Langohr. Sie können Unterschlupf in Dachstühlen sowie in Spalten und Nischen von Kirchen finden.