07. Platz: Kindergartenanbau am Johannesgarten, mit Strohdämmung, Lehmputz und Lehmziegelwänden

Johannesgarten Freiburg, Verwaltungsteam Freiburg St. Georgen und Architekt Matthias Betz
 
Es duftet nach Holz, es riecht nach Stroh. Beim klimaneutralen Bauen geht die Kirchengemeinde St. Georgen-Hexental in Freiburg mit ihrer KiTa Johannesgarten tatkräftig voran – Holz, Stroh und Lehm bilden die natürlichen Grundstoffe für den Anbau, der bald schon einer weiteren Gruppe Raum zum Spielen und Ruhen geben wird. Architekt Matthias Betz hat zusammen mit der Firma Grünspecht ein Vorzeigeprojekt umgesetzt.
 
Zusammen haben Architekt, Leitungsteam der Kirchengemeinde, Stiftungsrat und KiTa hier nachhaltiges Bauen in Reinform verwirklicht: In diesem Kita-Anbau musste keine Lüftungsanlage eingebaut werden, weil die Materialien für ein angenehmes Raumklima sorgen. Architekt Betz hat sich für die KiTa Johannesgarten ein schlaues "passives" Konzept einfallen lassen: Die Holzrahmen der Außen- und Innenwände wurden mit unterschiedlichen Materialien ausgefüllt, die jeweils bestimmte Aufgaben erfüllen. Die aufgedoppelten Holzrahmen von Dach und Außenwänden wurden mit 35 cm starken Strohballen ausgestopft und bilden eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle. Der Heizbedarf des Anbaus ist dadurch besonders niedrig.
 
Die Heizungsanlage des Bestandsgebäudes bestehend aus Wärmepumpe und Pelletkessel für die Spitzenzeiten muss nicht erweitert werden, sondern versorgt den Anbau zukünftig einfach mit. Bei den zentralen Innenwänden wurden dagegen gestampfte Lehmziegel zwischen die Holzrahmen gemauert. Schwere Baustoffe wie Ziegel oder Beton funktionieren als Wärmespeicher und "puffern" Temperaturschwankungen, d.h. sie kühlen an heißen Tagen den Raum, weil sie Wärme aufnehmen und geben an kalten Tagen gespeicherte Wärme ab. 
 
Es gibt noch weitere Vorteile der Holzrahmenbauweise:
  • Die Bauzeit konnte im Vergleich zu einem Massivbau verkürzt werden, weil die Wandbauteile in der großen Werkhalle vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch auf die Betonbodenplatte montiert wurden.
  • Auf der Außenseite sorgt eine hinterlüftete Holzfassade für den notwendigen Witterungsschutz. Im Innenbereich lädt ein breiter Brettholzstreifen auf Brusthöhe dazu ein, den Raum mit Kunstwerken und selbstgebasteltem Schmuck der Kinder zu dekorieren. 
Die neue Dachfläche wurde mit weiteren Photovoltaik-Modulen belegt, so wurde die bestehende Anlage erweitert und das Energiekonzept wurde zu einer runden Sache.
 
Hiervon können wir viel lernen für weitere Um- und Neubauprojekte im Erzbistum Freiburg. Nun wünschen wir uns viele Nachahmungen.
 
Preisgeld: 550 Euro
 
 
 
Die strohgedämmten Zwischenwände des Neubaus werden mit Lehmsteinen ausgemauert.