In Deutschland leben wir im Lebensmittelüberfluss. Wir kennen alle die Bilder von Tonnen alter Backwaren, von Obst und Gemüse, das in der Tonne landet, obwohl es eigentlich zu gut zum Entsorgen ist. Auf dem Weg vom Feld zum Teller wird in Deutschland ca. ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen. Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht mit 58 Prozent in privaten Haushalten. Betrifft also auch das Verhalten von uns allen. Doch was mache ich mit dem Blumenkohl, auf den ich diese Woche einfach keine Lust habe, der aber gegessen werden muss?
Der Verein Foodsharing hatte vor über 10 Jahre eine einfache, aber geniale Idee. Über Fairteiler, also Orte an denen Essen gelagert werden kann, können Privatpersonen Lebensmittel abgeben, die sie zu viel gekauft haben oder die sie nicht mögen. Des Weiteren werden dort von Supermärkten und Bäckereien aussortierte Lebensmittel weitergegeben und so gerettet. Alle Menschen, die an den Fairteilern vorbei kommen, können sich das Essen kostenlos mitnehmen. Der Verein Foodsharing hat mit dieser Idee schon viel erreicht. Deutschlandweit gibt über 1300 Fairteiler. Über 170.000 Lebensmittelretterinnen und -retter engagieren sich und haben damit mind. 200 Millionen Kilogramm Lebensmittel gerettet. Darüber hinaus hat der Verein Foodsharing auch erreicht, dass das Thema Lebensmittelverschwendung ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Was hat der Verein nun mit dem 4. Platz beim Umweltpreis zu tun?
Das Gemeindeteam St. Peter und Paul hatte die tolle Idee, Foodsharing und Kirche zu vernetzen. Sie haben im Juli 2023 einen Fairteiler gebaut und aufgestellt. Man findet ihn nun zentral auf dem Bauernmarktplatz zwischen der Kirche und dem Kindergarten. Er hat Fächer für Obst, Gemüse und Backwaren. Sogar ein Kühlschrank mit kleinem Eisfach ist vorhanden. Mittlerweile gibt es eine Signalgruppe mit 330 Mitgliedern, die so über neue Essensabgaben informiert werden. Jeden Tag holen Ehrenamtliche 5 bis 50 kg Lebensmittel aus 30 Läden ab. Das bedeutet viel Durchhaltevermögen. Täglich fahren sie zu den Läden hin, warten, laden Lebensmittel ein, fahren zum Fairteiler, laden die Waren aus, informieren in den Netzwerken über neues Essen, reinigen den Fairteiler.
Das Gemeindeteam St. Peter und Paul erhält den Preis auch stellvertretend für die mind. fünf anderen Fairteiler in der Erzdiözese Freiburg, sie sich für das Lebensmittelretten einsetzen. Die Jury ist von der Idee des Essenteilens und -rettens in Kirchennähe begeistert und hofft auf viele Nachahmungen.
Preisgeld: 800 Euro






