Vom Sommerhaus zur Winterresidenz – Fledermausquartiere im Jahreslauf

Fledermäuse bevorzugen je nach Jahreszeit unterschiedliche Lebensräume.
 
Im Frühling bilden die Weibchen sogenannte Wochenstuben, in denen sie ihre Jungen lebend zur Welt bringen und gemeinsam aufziehen und dort den Sommer über zusammen verweilen. Diese Quartiere befinden sich artspezifisch in Gebäuden wie Kirchen, insbesondere in Nischen und Spalten der Mauern oder auch in Baumhöhlen. Die hohen, oft ungestörten Bereiche von Kirchen bieten den Tieren Schutz und Ruhe, während die Temperaturen optimal für die Aufzucht der Jungen sind. Im Gegensatz zu den Weibchen leben die männlichen Fledermäuse zu dieser Zeit eher einzelgängerisch.
 
Im Herbst versammeln sich männliche und weibliche Fledermäuse zur Paarung in sogenannten Balzquartieren, die sich artspezifisch in Baumhöhlen oder Nischen innerhalb von Gebäuden befinden.

Mit dem Einbruch des Winters suchen Fledermäuse kühle, aber frostfreie Orte auf, um ihre Winterruhe zu halten. Kirchen bieten mit ihren vielfältigen Spalten und Nischen hierfür für einige Arten ebenfalls geeignete Bedingungen. Die dicken Mauern speichern die Kühle und bieten konstante Temperaturen, die für den Winterschlaf der Fledermäuse ideal sind. In diesen Quartieren reduzieren die Tiere ihre Aktivität auf ein Minimum und überstehen die kalte Jahreszeit ungestört.
 
Kirchen bieten Fledermäusen wertvolle Unterschlupfmöglichkeiten. Die hohen Türme und verwinkelten Dachstühle dienen als ideale Quartiere für verschiedene Arten, darunter die Zwergfledermaus und der Abendsegler.
Die Zwergfledermaus – so klein, dass sie in eine Streichholzschachtel passen würde, bevorzugt sie enge Spalten und Ritzen als Quartiere und ist häufig in Gebäuden wie Kirchen anzutreffen.
 
Der Abendsegler, eine deutlich größere Fledermausart, zeichnet sich durch seine langen Flügel und den kräftigen Körper aus. Er nutzt hohe Gebäude wie Kirchen für die Aufzucht seiner Jungen. Hier lebt er in größeren Nischen und Spalten hinter Ziegeln oder in der Fassade.