
Licht aus, Dach auf – Kirche als Herberge für Stammgäste
Kirchen und andere historische Gebäude können wertvolle Rückzugsorte für Fledermäuse sein. Besonders in Dachstühlen, Spalten und Nischen finden viele Arten geeignete Quartiere. Damit das so bleibt, ist es wichtig, diese Lebensräume zu bewahren und gezielt zu verbessern.
Zu den wirkungsvollsten Maßnahmen zählt das Offenhalten oder Erweitern von Einflugöffnungen für Fledermäuse. Taubenabwehrmaßnahmen sollten fledermausgerecht gestaltet sein – statt engmaschiger Metallgitter eignen sich beispielsweise schmale Holzspalten (Schalllamellen), die Fledermäuse weiterhin Zugang ermöglichen, Tauben jedoch fernhalten. Auch das Abdunkeln von Fenstern verbessert die Bedingungen für die lichtempfindlichen Tiere. Auf Außenbeleuchtung sollte verzichtet werden – oder sie sollte zumindest insektenschonend und fledermausfreundlich angepasst sein, um nachtaktive Tiere nicht zu stören.
Ebenso wichtig ist es, Fledermausquartiere frühzeitig in die Planungen von Sanierungen einzubeziehen. Bauarbeiten sollten an die Aktivitätszeiten der Tiere angepasst werden. Weitere Informationen finden Sie auf unter "Sanierung/Renovierung und Fledermäuse".
Als Ergänzung kann das Anbringen spezieller Fledermauskästen oder künstlicher Nischen hilfreich sein. Unterschiedliche Kastentypen bieten verschiedenen Arten eine Auswahl an geeigneten Unterschlupfmöglichkeiten. Ein Beispiel dafür sind zugluftgeschützte Wärmeglocken aus unbehandeltem Holz, die im Dachstuhl aufgehängt werden und zur Quartierverbesserung beitragen.
Auch im Umfeld der Kirche lässt sich viel für den Fledermausschutz tun: Naturnahe Außenanlagen mit heimischen, blütenreichen Pflanzen, Obstbäumen und Hecken fördern die Insektenvielfalt. Leitstrukturen wie Baumreihen erleichtern die Orientierung, Dunkelkorridore bieten Schutz vor Fressfeinden, und ein giftfreies, extensives Pflegemanagement unterstützt diese Maßnahmen zusätzlich.
Warum also nicht auch den Kirchgarten fledermausfördernd bepflanzen? Pflanzenarten wie die Nachtkerze ziehen nachtaktive Insekten an – ein echtes Festmahl für Langohren.

