Bericht zu den Zusammenhängen zwischen Biodiversität und Wirtschaft veröffentlicht

Die Druckerschwärze ist noch nicht ganz trocken, die Augen werden feucht beim Lesen: Der Bericht des Weltbiodiversitätsrats zu den Zusammenhängen zwischen Biodiversität und Wirtschaft ist erschienen. Eine Botschaft die nicht überrascht: "Alle Unternehmen sind von biologischer Vielfalt abhängig, haben wiederum Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und können aktiv zu deren Schutz beitragen".

Dennoch wird die Natur in unternehmerische und andere wirtschaftliche Entscheidungsprozesse bisher vielfach nicht einbezogen, was entscheidend zu einem beispiellosen Verlust an biologischer Vielfalt beiträgt. Nach Schätzungen des Berichts beliefen sich Finanzströme mit negativen Auswirkungen auf die Natur im Jahr 2023 auf 7,3 Billionen US-Dollar; davon zwei Drittel aus dem Privatsektor (4,9 Billionen US-Dollar) und ein Drittel für umweltschädliche Subventionen (circa 2,4 Billionen US-Dollar). Demgegenüber stehen lediglich 220 Milliarden US-Dollar an öffentlichen und privaten Finanzmitteln, die für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt eingesetzt werden.
 
Herausgeber des Berichts ist das IPBES, bedeutet Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. Das ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung für das Thema biologische Vielfalt - vergleichbar mit dem Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Dieser Biodiversitätsrat soll politischen Entscheidungsträgern zuverlässig unabhängige, glaubwürdige Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität zur Verfügung stellen.