Haus Insel Reichenau liefert Sonnenstrom

Photovoltaik-Ausbau beginnt nun flächig in der Erzdiözese Freiburg

Die Erzdiözese Freiburg hat am 10. August 2021 ihr Klimaschutzkonzept aufgestellt und strebt an, im Jahrzehnt 2030 klimaneutral zu sein. Ein bedeutender Baustein auf dem Weg dorthin ist die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf möglichst vielen Dachflächen kirchlicher Immobilien.

Für kirchliche Gebäude hat die Erzdiözese 2023 ein Photovoltaik-Konzept entwickelt und im September 2023 die kircheneigene Betreibergesellschaft "Erzdiözese Freiburg Energie GmbH" gegründet. "Das Konzept beinhaltet die Projektentwicklung, Planung, Bau und den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen von kirchlichen Gebäuden. Die Kirchengemeinden und Einrichtungen der Erzdiözese Freiburg erhalten hierzu die vollumfängliche technische, organisatorische und finanzielle Unterstützung zum Photovoltaik-Ausbau", erläutert Dr. Peter Schalk, Leiter des Photovoltaik-Ausbaus in der Erzdiözese. Neben zahlreichen Gebäuden in den katholischen Kirchengemeinden werden die diözesanen Einrichtungen wie das Haus Insel Reichenau ebenfalls im Photovoltaik-Konzept berücksichtigt. Die Einrichtung wird als Erholungs- und Tagungsstätte ganzjährig betrieben und nutzt bereits jetzt Solarenergie im Eigenverbrauch. Im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier wurde am 20. März 2025 unter Anwesenheit der Beteiligten am Vorhaben und Vertretern des Hauses Insel Reichenau die Photovoltaik-Anlage von Generalvikar Christoph Neubrand gesegnet und offiziell ihrer Bestimmung übergeben. 
 
"Als Einrichtung für Erholungssuchende und Tagungsstätte sind wir ganzjährig überaus gut frequentiert. Vor diesem Hintergrund und auch aus eigenem Antrieb gehen wir das Thema Umwelt- und Klimaschutz seit längerem offensiv an", begrüßt Claudia Lier, stellvertretende Einrichtungsleiterin, die Gäste bei der Einweihung. Die neue Photovoltaik-Anlage und die Ladestationen für E-Autos ergänzen die bisherigen Umweltmaßnahmen wie die Umstellung der Kulinarik und Verpflegung auf ökologisch angebaute und fair gehandelte Produkte.
 
"Die Klostergründung der Abtei Reichenau liegt 1300 Jahre zurück und wurde 2024 feierlich als Jubiläum begangen. Mit der Errichtung der Photovoltaik-Anlage auf unserem Haus Insel Reichenau setzen wir auch ein Zeichen für die Zukunft, hier unseren Beitrag zum Klimaschutz auf dem Weg zur Klimaneutralität zu leisten. Die Erzdiözese Freiburg erfüllt nicht nur die gesetzliche Photovoltaik-Verpflichtung bei Neubau und Dachsanierung, sondern geht zielgerichtet an den Photovoltaik-Ausbau auf die kirchlichen Bestandsgebäude", betont Generalvikar Christoph Neubrand. 
 
Der flächendeckende Ausbau der Photovoltaik auf kirchlichen Gebäuden wird zu 100 Prozent mit Mitteln aus den Klimaschutz-Fonds der Erzdiözese finanziert.
 
"Die Photovoltaik-Anlagen auf den Gebäuden des Hauses Insel Reichenau sind das erste Projekt, das die Erzdiözese Freiburg Energie GmbH im Klimaschutzkonzept umgesetzt hat. Planung und Bau der Photovoltaik-Anlagen erfolgen in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Freiburg und der kircheneigenen KSE Energie GmbH. Unser Photovoltaik-Konzept beinhaltet auch den Betrieb und Unterhalt der Photovoltaik-Anlagen für mindestens 20 Jahre" erläutern die Geschäftsleitungen Sophie Hünerfeld und Alexander Hanke. Für die Planung und Errichtung der Photovoltaik-Anlagen hat die Erzdiözese Freiburg Energie GmbH rund 110.000 EUR investiert.
 
Im Hinblick auf die angestrebte Klimaneutralität wird nun der Photovoltaik-Ausbau flächig in die Erzdiözese Freiburg umgesetzt. Für 2025 sind bereits 60 Photovoltaik-Anlagen in der Ausführungsplanung, 45 Anlagen sollen bis Ende 2025 errichtet werden. Das "PV-Modell Erzdiözese Freiburg" hat auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche Baden überzeugt und wurde dort übernommen.
 
Zur Errichtung der Photovoltaik-Anlagen werden u. a. auch lokale Anbieter zur Angebotsabgabe aufgefordert. Bei der Ausschreibung der Photovoltaik-Anlage Haus Insel Reichenau war die ortsansässige Firma rmsolar GmbH der wirtschaftlichste Bieter.
 
Neben den Photovoltaik-Anlagen wurde für das Haus Insel Reichenau auch eine E-Ladestation mit zwei AC-Ladepunkte errichtet und zudem bereits Vorbereitungen für vier weitere Ladepunkte getroffen. Das Projektmanagement (Planung und Baubegleitung) erfolgte durch die KSE Energie GmbH, die auch die Ladestation betreibt. Mit der Herstellung der Stromversorgungsleitung wurden hier rd. 150.000 EUR investiert. "Der Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur in der Erzdiözese wird ebenfalls mit Mitteln aus dem Klimaschutz-Fonds" bestritten, betont Dr. Reinhold John, Leiter der Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt. 
 
"Auch die Gemeinde freut sich über die erhebliche Investition des Hauses Insel Reichenau in den Klimaschutz. Auf der Insel ist dies nun mit Abstand die größte Photovoltaik-Anlage und die E-Ladestation leistet auch einen Beitrag zum kommunalen Klimaschutz. Darüber hinaus haben Sie einen ortsansässigen Solarteur beauftragt, was auch der kommunalen Wertschöpfung zu Gute kommt", lobt der stellvertretende Bürgermeister Ralf Blum das kirchliche Vorhaben. 
Technische Daten der Photovoltaik-Anlagen Haus Insel Reichenau:
Planung der PV-Anlage: Mai – August 2024
Errichtung der PV-Anlage: September- Dezember 2024
Installierte Anlagenleistung:  99 kWp
Erwarteter Stromertrag: rd. 100.000 kWh pro Jahr
CO2-Einsparung: 38.000 kg pro Jahr; 760.000 kg nach 20 Jahren
E-Ladesäulen für PKW: 2 AC-Ladepunkte mit je 11 kW zzgl. Vorbereitung für 4 weitere Ladepunkte