"Wenn die Alten hocken bleiben, kommt keiner nach."
Michael Rösch aus St. Margarethen in Waldkirch
Überhaupt sei alles auf einem guten Weg, er könne die Aufgaben beruhigt an Jüngere übergeben: "Wenn die Platzhirsche hocken bleiben, kommt keiner nach." Ohnehin seien die vielen Aufgaben nur im Team zu schaffen. "Und die Hauptarbeit macht eigentlich der Mesner." Der liest zum Beispiel die meisten der gut 40 Verbrauchszähler ab und gibt die Werte in die Datenbank ein. Aber auch andere Gemeindemitglieder helfen mit, in den weit verteilten Gebäuden der Seelsorgeeinheit die Zähler abzulesen: "Unsere freien Mitarbeiter", sagt Rösch grinsend.
Michael Rösch wird auch künftig gelegentlich mit seinem Nachfolger zusammensitzen und über Projekte reden. Aber er denkt noch eine Generation weiter: Auch im Kindergarten St. Carolus gibt es eine Solaranlage, dort würde er gern eine Tafel aufhängen, die täglich in verständlicher Weise anzeigt, wie viel Strom die Sonne liefert. Im Internet hat er schon Modelle gefunden. "Die Kinder sind ja die Zukunft", sagt er, "irgendwann entscheiden die über die Belange der Kirchengemeinde."
Als Michael Rösch die Plastikkiste mit seinen gesammelten Unterlagen auf den Tisch stellt, schaut Lee Dennett ein wenig skeptisch: Ordner mit Gutachten, Vorschlägen und Abrechnungen, eine Arbeitshilfe der Bischofskonferenz zum Thema Energie – viel Material, das nach viel Arbeit aussieht. Bis Frühjahr 2015 war Rösch ehrenamtlicher Energiebeauftragter der Gemeinde St. Margarethen in Waldkirch. Jetzt ist es Zeit für einen Generationswechsel, findet der 63-Jährige: Er hat deshalb einen Nachfolger gesucht und mit Lee Dennett auch gefunden.
"Es kann ja nicht sein, dass das alles versandet", sagt Rösch. Er hat sich mit Dennett zusammengesetzt und geredet, der Pfarrgemeinderat hat den neuen Beauftragten bestätigt. Jetzt bekommt er auch die Ordner übergeben. Einiges hat sich angesammelt während der vergangenen Jahre: Viele Projekte rund um die prächtige Stiftskirche St. Margarethen im Zentrum von Waldkirch, das Gemeindehaus und die alte Kaplanei am Kirchplatz, den Kindergarten und etliche weitere Gebäude.
Die Sanierung der Kaplanei hat eine Lawine ausgelöst
Von 2005 bis 2015 war Michael Rösch Mitglied im Stiftungsrat, bei den vergangenen Wahlen zum Pfarrgemeinderat kandidierte er nicht mehr: "Nach zehn Jahren ist es auch mal gut, wenn man das intensiv gemacht hat", sagt er. "Mit der Zeit wird man eingefahren. Da braucht es auch mal neue Ideen und Querdenker, die hinterfragen."
Ökologische Themen standen damals nicht im Mittelpunkt, ein erster Anlauf für eine Photovoltaik-Anlage scheiterte.
2009 fand eine Sitzung zur anstehenden Sanierung der Kaplanei statt, in der sich heute drei Wohnungen befinden; die Fachstelle Energie und Umwelt des Ordinariats war auch vertreten. "Das hat eine richtige Lawine ausgelöst", sagt Rösch. 2010 entstand ein umfangreiches Energiegutachten für Gemeindehaus und Kaplanei, 2011 ein Energiecheck für alle Gebäude. Für ihn sei der Umgang mit Energie immer ein Thema gewesen, sagt der ehemalige EDV-Techniker: "Wenn’s Fenster auf ist und gleichzeitig die Heizung an – da sträubt sich bei mir was." Die Bewahrung der Schöpfung sieht er als einen Hauptauftrag der Kirche. Dazu kommt noch die finanzielle Seite: "Als Stiftungsrat war ich ja auch für den Haushalt mitverantwortlich."
Der Ertrag ist gut!
In der Kaplanei wurden der Speicherboden und die Fensternischen gedämmt, im Kindergarten St. Carolus alte Thermostate und Heizungspumpen ausgetauscht, in der Stadtkapelle die Türen und Fenster abgedichtet. Seit 2013 hat die Gemeinde nun auch eine eigene Photovoltaik-Anlage. Rösch hätte sie am liebsten auf dem südwestlichen, zum Kirchplatz gerichteten Dach der Kaplanei gesehen. "Dafür gab’s keine Mehrheit", sagt er. Jetzt liegt die Anlage etwas versteckt und verteilt auf mehreren Dachflächen des Gemeindehauses. Es habe viel Mühe gemacht, genau auszurechnen, wo die Module hinkommen, sagt Rösch: "Aber der Ertrag ist gut."
Überhaupt sei alles auf einem guten Weg, er könne die Aufgaben beruhigt an Jüngere übergeben: "Wenn die Platzhirsche hocken bleiben, kommt keiner nach." Ohnehin seien die vielen Aufgaben nur im Team zu schaffen. "Und die Hauptarbeit macht eigentlich der Mesner." Der liest zum Beispiel die meisten der gut 40 Verbrauchszähler ab und gibt die Werte in die Datenbank ein. Aber auch andere Gemeindemitglieder helfen mit, in den weit verteilten Gebäuden der Seelsorgeeinheit die Zähler abzulesen: "Unsere freien Mitarbeiter", sagt Rösch grinsend.
LED-Birnen in die Kronleuchter
Sein Nachfolger Lee Dennett lebt mit seiner Familie in einer der drei Wohnungen in der Kaplanei. "Ich habe einfach gefragt, ob ich helfen kann", sagt der 48-Jährige. Zurzeit kümmert er sich um die Kinder, in Großbritannien hat er als Bauingenieur gearbeitet: "Wenn ich in ein neues Gebäude komme, geht mein erster Blick auf Wände, Decken und Licht…" Das wird ihm im neuen Ehrenamt nützen: Zum Beispiel sollen die alten, gar nicht mehr erhältlichen 15-Watt-Birnen in den Kronleuchtern der Stadtkapelle gegen LED-Birnen ausgetauscht werden. Und im zweiten Halbjahr 2015 beginnt der Umbau des Gemeindehauses – barrierefrei und energetisch modern soll es werden.
Michael Rösch wird auch künftig gelegentlich mit seinem Nachfolger zusammensitzen und über Projekte reden. Aber er denkt noch eine Generation weiter: Auch im Kindergarten St. Carolus gibt es eine Solaranlage, dort würde er gern eine Tafel aufhängen, die täglich in verständlicher Weise anzeigt, wie viel Strom die Sonne liefert. Im Internet hat er schon Modelle gefunden. "Die Kinder sind ja die Zukunft", sagt er, "irgendwann entscheiden die über die Belange der Kirchengemeinde."




