"Ich bin von Natur aus Handwerker."
Eugen Socha aus St. Bartholomäus in Baden-Baden Haueneberstein
Socha hat seit 2012 alle Schulungen für Energiebeauftragte besucht und in Absprache mit dem Pfarrgemeinderat die Gebäude gründlich unter die Lupe genommen.
Das gilt auch für die Warmwasserboiler unter der Spüle. Socha hat Steckdosen mit Schaltern angebracht, die Boiler ausgeschaltet und Zettel aufgehängt. "Mir ist schon wichtig, dass Gläser warm gespült werden", sagt er. Eine Gruppe könne den Boiler zu Beginn ihres Treffens einfach einschalten – oder für kleine Mengen den Wasserkocher benutzen: "Es gibt Möglichkeiten, und die Leute machen mit." Der Stromverbrauch im Gemeindehaus hat sich inzwischen halbiert.
Als nächstes will Eugen Socha eine passende Lösung für das Kronleuchterproblem finden. Die Leuchter in der Kirche sind mit klassischen Kerzenglühbirnen bestückt, er würde sie gerne nach und nach durch LED-Birnen ersetzen. Die haben aber oft einen kleinen Sockel. "Ich muss sehen, dass ich LEDs finde, die auch nach unten strahlen und nicht nur an die Decke", sagt er. Einen Katalog hat er sich schon besorgt, nun will er zwei bis drei Modelle bestellen und in der Kirche ausprobieren.
Um den sorgsamen Umgang mit Energie wird er sich trotzdem weiter kümmern: "Wenn man sieht, was auf dem Spiel steht – da kann ich nicht gleichgültig sein."
"Ich bin von Natur aus Handwerker", sagt Eugen Socha. Wenn der ehemalige Technische Lehrer im Bereich Metall an einer Gewerbeschule eine Sache in die Hand nimmt, dann macht er sie gründlich.
So wie bei den Lampen im Treppenhaus des Gemeindezentrums. "Wenn eine Gruppe da ist, brennt dort die ganze Zeit das Licht", sagt Socha. Das ärgert ihn. Deshalb hat er aus jeder zweiten Deckenleuchte die Birnen herausgedreht: "Das ist immer noch hell genug."
Außerdem haben zuletzt einige der mit Energiesparbirnen bestückten Lampen von sich aus den Geist aufgegeben. Socha hat sie sich genauer angesehen und festgestellt, dass nur das Vorschaltgerät der 100 Euro teuren Leuchten kaputt war. "Wenn ich einen Kondensator überbrücke, geht’s wieder", sagt er, "aber ich will natürlich nicht, dass das Haus abbrennt…" Deshalb hat er mit einem Elektriker gesprochen und eine Lösung gefunden: Die Birnenfassungen werden ausgetauscht, dann können normale LED-Leuchten in die Lampen geschraubt werden. "Die kosten 17 Euro – und haben nur die halbe Watt-Zahl." Mit der Lichtfarbe seiner ersten Testbirne ist er allerdings noch nicht ganz zufrieden, da will er nachbessern.
Verantwortung für die Enkel
Von 2010 bis 2015 war Eugen Socha Mitglied im Pfarrgemeinderat, in dieser Zeit fragte ihn der Pfarrer, ob er Energiebeauftragter werden wolle. Er wollte, an Motivation fehlt es ihm nicht: "Ich will, dass meine Enkel in einer lebenswerten Umwelt leben." Beim Klimawandel zeige sich ja schon, in welche Schwierigkeiten die Menschen den Planeten bringen könnten. "Wir haben eine Verantwortung der Schöpfung gegenüber", sagt er, "das gehört zum Christsein dazu".
Socha hat seit 2012 alle Schulungen für Energiebeauftragte besucht und in Absprache mit dem Pfarrgemeinderat die Gebäude gründlich unter die Lupe genommen.
Stromverbrauch halbiert
Im Gemeindehaus entdeckte er zwei 20 Jahre alte Kühlschränke, die das ganze Jahr hindurch liefen – obwohl sie nur bei seltenen Feiern für Kuchen oder Getränke benötigt wurden. "Vielleicht an drei Tagen im Jahr", sagt Socha. Jetzt sind die Kühlschränke aus, wer sie braucht, muss sie vorher einschalten.
Das gilt auch für die Warmwasserboiler unter der Spüle. Socha hat Steckdosen mit Schaltern angebracht, die Boiler ausgeschaltet und Zettel aufgehängt. "Mir ist schon wichtig, dass Gläser warm gespült werden", sagt er. Eine Gruppe könne den Boiler zu Beginn ihres Treffens einfach einschalten – oder für kleine Mengen den Wasserkocher benutzen: "Es gibt Möglichkeiten, und die Leute machen mit." Der Stromverbrauch im Gemeindehaus hat sich inzwischen halbiert.
Mit der Pfarrsekretärin hat Socha außerdem abgesprochen, dass sie die moderne Gasheizung im Gemeindehaus gemäß den Anmeldungen der Gruppen programmiert: Die Räume werden nur aufgeheizt, wenn auch jemand kommt. Der Aufwand lohnt – der Verbrauch liegt zehn Prozent niedriger. Und alte Thermostate sowie die Heizungspumpe wurden ausgetauscht: "Ich konnte nachweisen, dass die weniger verbraucht", sagt Socha.
LEDs im Kronleuchter
Auch in der hellen Pfarrkirche hat er sich mit der Heizung befasst. Die Einstellungen liegen jetzt bei acht Grad für den ungenutzten und 13 Grad für den genutzten Kirchenraum – zuvor war es je ein Grad mehr. "Wir haben eine Heizperiode hinter uns und ich meine schon, dass es etwas gebracht hat." Mitglieder des Kirchenchors beschwerten sich allerdings über die kalte Kirche, bei Proben darf die Mesnerin jetzt ein Grad hochdrehen.
Als nächstes will Eugen Socha eine passende Lösung für das Kronleuchterproblem finden. Die Leuchter in der Kirche sind mit klassischen Kerzenglühbirnen bestückt, er würde sie gerne nach und nach durch LED-Birnen ersetzen. Die haben aber oft einen kleinen Sockel. "Ich muss sehen, dass ich LEDs finde, die auch nach unten strahlen und nicht nur an die Decke", sagt er. Einen Katalog hat er sich schon besorgt, nun will er zwei bis drei Modelle bestellen und in der Kirche ausprobieren.
Arbeitsteilung mit dem Hausmeister
Das alles ist aufwendig und braucht viele Absprachen. Im modernen Pfarrsaal, der mit Kirche und Gemeindehaus ein Ensemble bildet, liest Socha nur den Strom ab, um alles andere kümmert sich dort der Hausmeister, ein gelernter Elektriker: "Wir haben gemerkt, dass es besser ist, wenn wir uns abgrenzen", sagt Socha. Er müsse ohnehin darauf achten, dass ihm die Aufgaben zeitlich nicht zu viel werden, zumal er auch noch an vier Stunden pro Woche Hausmeisterdienst in der Gemeinde leistet.
Um den sorgsamen Umgang mit Energie wird er sich trotzdem weiter kümmern: "Wenn man sieht, was auf dem Spiel steht – da kann ich nicht gleichgültig sein."
Eugen Socha, Baden-Baden
Pfarrkirche St. Bartholomäus (1799),
Bartholomäushaus (1826),
Kindergarten St. Bartholomäus (1966),
St. Bartholomäus Pfarrsaal (2000),
Mietgebäude - eh. Schwesternhaus (unbek.),
Kindergarten St. Wendelinus (unbek.)
Autor: Thomas Goebel





