Vierzig Kolleginnen und Kollegen des kirchlichen Bauwesens der Erzdiözese fanden sich am 4.11.2024 in Freiburg zu einem lebendigen Workshop zusammen, um zu diskutieren, wie Nachhaltigkeit im kirchlichen Bauen verankert werden kann. Die Rückmeldungen zum "Leitfaden nachhaltiges Bauen", der im Landkreis Ravensburg bereits angewendet und zur Anwendung in der Erzdiözese vorgeschlagen wird, waren überwiegend positiv.
Klimaneutralität und Nachhaltigkeit im kirchlichen Bauen
Fortbildungs- und Workshoptag für das Erzbischöfliche Bauwesen
Wo stehen wir und wo wollen wir hin?
Seit Anfang 2024 arbeitet eine sechsköpfige abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe mit Projektreferentin Katharina Schindelmeier an dem vom Klimaschutzfonds finanzierten Projekt "Neuausrichtung des kirchlichen Bauens zur Erreichung der Klimaziele". Nun war der Zeitpunkt gekommen, den Arbeitsstand des Projekts mit dem Kollegenkreis zu teilen und über konkrete Vorschläge zur Vorgehensweise zu diskutieren. Die Projektreferentin berichtete zunächst über die intensive Recherchearbeit der Arbeitsgruppe und die Erkenntnisschritte der monatelangen Zusammenarbeit, die schließlich zu einem konkreten, nun auf dem Tisch liegenden Vorschlag zur Vorgehensweise geführt haben.
Expertenwissen und Erfahrungswerte
Thomas Jüttner, stellvertretender Leiter des Bischöflichen Bauamtes der Diözese Rottenburg-Stuttgart gab im Anschluss spannende Einblicke in die seit Anfang 2023 erlassene "Grüne Bauordnung" unserer Nachbardiözese. Sie ist bundesweit eine echte Pionierleistung.
Als Berater steht der Erzdiözese darüber hinaus der Experte für Nachhaltiges Bauen, Volker Auch-Schwelk, zur Verfügung. Er hatte für die Anwesenden einen Überblick über Kriteriensysteme zum Nachhaltigen Bauen im Gepäck. Dabei sprach er eine klare Empfehlung für ein bereits in der Praxis bewährtes Tool zur Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien bei Bauprojekten aus: Der "Leitfaden Nachhaltiges Bauen" herausgegeben von der Agentur für nachhaltiges Bauen aus Lindau (LNB; Angaben siehe untenstehende Dokumente und Links)!
Leitfaden Nachhaltiges Bauen
Das Tool entstand als Kommunalgebäudeausweis (Kommunalgebäudeausweis - KGA — Energieinstitut Vorarlberg) vor beinahe zwei Jahrzehnten für die öffentliche Hand in Vorarlberg, der international beachteten Vorzeigeregion für hoch qualitatives nachhaltiges Bauen. Auf Initiative des Landkreises Ravensburg wurde der Leitfaden kürzlich auf deutsche Gegebenheiten angepasst und wird dort sowie in einigen weiteren deutschen Kommunen bereits konsequent und erfolgreich zur Anwendung gebracht.
Expertise der Kollegen als Basis des weiteren Vorgehens
In Kleingruppen wurde im zweiten Teil des Workshops intensiv über die Anwendbarkeit der Kriterien des vorliegenden Tools auf verschiedene kirchliche Bauaufgaben diskutiert. Von welchen Bauaufgaben gehen wir bei der Erzdiözese in Zukunft als Hauptaufgabe aus? Welche Nachhaltigkeitskriterien machen bei welcher Bauaufgabe Sinn und wo muss der Leitfaden für die Belange der Erzdiözese angepasst werden? Dass hier noch Arbeit für die AG ansteht wurde schnell offensichtlich. Ebenso deutlich kam zu Tage, dass das erprobte Arbeitswerkzeug viel Potential hat, die Arbeit der PlanerInnen zu unterstützen.
Rege Gespräche entstanden dabei auch zu flankierenden Themen wie dem Gebäudepriorisierungs- und Reduktionsprozess, der als professionell begleiteter Prozess als Grundvoraussetzung für das weitere erfolgreiche und klimaschonende Immobilienmanagement der Erzdiözese gesehen wurde.
Der praxisnahe Leitfaden kam auch deshalb bei den Kolleginnen und Kollegen gut an, weil viele Themen und Anliegen die sie bisher schon verfolgt haben, nun systematisch abgefragt und eingefordert werden. Ein angepasster "Leitfaden Nachhaltiges Bauen" würde sie also stärken.
Auch die Mitglieder der Arbeitsgruppe gehen dankbar, mit einer Vielzahl an konstruktiven Hinweisen und mit Respekt an die weitreichenden Aufgaben, die noch vor ihr liegen, an die weitere Arbeit.
von: Katharina Schindelmeier (Referentin für Nachhaltigkeit im kirchl. Bauen, Erzb. Bauamt Heidelberg)
und Benedikt Schalk (Leitung Referat Umwelt und Energie, Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt)
Ansprechpersonen zur AG "Neuausrichtung des kirchlichen Bauens zur Erreichung der Klimaziele":
Claudia Dambacher, Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt
Benedikt Gutmann, Referat für Bauwesen
Verena Sautter, Referat für Grundsatzfragen
Benedikt Schalk, Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt
Katharina Schindelmeier, Projektreferentin, Erzbischöfliches Bauamt Heidelberg
Matthias Stöhr, Erzbischöfliches Bauamt Heidelberg
Dokumente und Links
"Leitfaden Nachhaltig Bauen" (in der jeweils aktuellen Fassung)
herausgegeben von AnBau, Agentur für nachhaltiges Bauen, Giebelbachstraße 18, 88131 Lindau
herausgegeben von AnBau, Agentur für nachhaltiges Bauen, Giebelbachstraße 18, 88131 Lindau


