Die linden Lüfte ...

... müssen draußen bleiben!

"Der Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte" oder "Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und wehen Tag und Nacht“ – von Eduard Mörike bis Ludwig Uhland inspiriert die laue Frühlingsluft nicht nur Dichter und Poeten. Viele von uns sind angesteckt und wollen frischen Wind in muffige Räume bringen.

 
Doch wer in seiner Kirche jetzt die Fenster aufreißt, kann eine böse Überraschung erleben: Eh man sich versieht, rinnen an der Wand hinter dem Altar die Wassertropfen und die Orgel gibt schiefe Töne von sich.

Nicht umsonst kann man in vielen Kirchen noch im April seine langen Unterhosen gut vertragen: Das solide Gemäuer speichert die Kälte über einen langen Zeitraum, selbst wenn es draußen schon frühlingshaft warm ist. Wer jetzt die Fenster öffnet, sorgt für einen Feuchteüberschuss, der sich auf Kunstwerken, Mauerwerk und Orgel nieder schlägt. Denn die warme Luft bringt besonders viel Wasserdampf mit, der an den kalten Oberflächen kondensiert und Tauwasser bildet.
 
Trotz aller Frühlingsgefühle lüftet darum Mesner Hummel auch im Frühling genau wie im Winter: Er öffnet Türen und Fenster eher bei kühlem Wetter oder in der Nacht und nur für kurze Zeit. Erst wenn sich die Wände ausreichend aufgewärmt haben, ist auch für Mesner Hummel endlich Zeit für Frühlingsgefühle:

"Die Türen auf, die Fenster auf!
Geschwinde, geschwinde!
Der Frühling kommt in schnellem Lauf ..." (Johannes Voss)
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