Podiumsdiskussion „Verteilungskrise statt Wohnungskrise?“
160 Teilnehmende diskutieren zu Wohnraumsuffizienz
Am 27. Mai 2025 fand die Podiumsdiskussion „Verteilungskrise statt Wohnungskrise? Bausteine für gutes und gerechtes Wohnen“ in der Katholischen Akademie Freiburg statt. Highlight war der Markt der Möglichkeiten, bei dem mit Brot und Wein angeregt bis spät in den Abend diskutiert und informiert wurde.
160 Teilnehmende, davon die Hälfte online, nahmen an der Veranstaltung teil. Sie fand als Kooperation der Katholischen Akademie Freiburg, der Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt und dem Verein Klimaschutz im Bundestag e.V. statt.
Keynote
Anja Bierwith, Leiterin des Forschungsbereichs Stadtwandel am Wuppertal Institut, gab einen Input zu Wohnraumsuffizienz und hob das Potential im Gebäudebestand hervor. Das reicht von Umnutzung und Nutzung von Leerstand über Umbau und Aufstockung bis hin zur Teilung von Einfamilienhäusern. Mit dem Ausschöpfen dieses Potentials müssten statt 400.000 Wohnungen nur noch 70.000 pro Jahr gebaut werden. Des Weiteren betonte Sie, dass Wohnzufriedenheit nicht mit den immer weiter steigenden Quadratmeterzahlen pro Person mitwächst, sondern seit den 2000ern stagniert.
Podium
Auf dem anschließenden Podium diskutierten Anja Bierwirth, Nadyne Saint-Cast (MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Robert Staible (Leiter des Amts für Wohnraumentwicklung und Vermessung der Stadt Freiburg) moderiert von Rebecca Albert (Katholische Akademie Freiburg) und Philipp George (Klimaschutz im Bundestag e.V.).
Folgende Forderungen an die Politik wurden im Rahmen der Diskussion gestellt:
- Datenlage zu Wohnraum verbessern
- Mietspiegel reformieren, da u.a. verantwortlich für stetig steigende Mieten
- Gewerbesteuer reformieren um den Neubaudruck von Kommunen zu nehmen
- Architekturstudium um Schwerpunkte zu Umbau, Sanierung und Suffizienz erweitern.
Markt der Möglichkeiten
Das Highlight am Ende der Veranstaltung war der Markt der Möglichkeiten mit Ausstellenden rund um das Thema Wohnraumsuffizienz. Bei Brot und Wein wurde rege spät in den Abend diskutiert und informiert. Neben mehreren Projekten der Dachgenossenschaft Wohnen für Alle eG und des Mietshäuser Syndikats waren die Kampagne „Kleiner wohnen – besser wohnen“ der Energieagentur Regio Freiburg, der Verein Klimaschutz im Bundestag e.V., das Tiny House Freiburg sowie Architekt_innen von sumi* Architektur und werk.um architekten Darmstadt vertreten.
Suffizienz in der Erzdiözese Freiburg und darüber hinaus
Die Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt der Erzdiözese Freiburg hat Suffizienz seit zwei Jahren als Schwerpunkt festgelegt und möchte das Thema, u.a. mit Veranstaltungen wie dieser, ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Politik rücken. Mehr über die Aktivitäten rund um das Thema Suffizienz in der Erzdiözese erhalten Sie hier.
Suffizienz, oder anders eine „Strategie des Genugs“, stellt die Frage nach dem richtigen Maß für Konsum und Produktion – und geht somit uns alle an. Konkreter geht um die Frage: Wie können wir, auf unseren endlichen Planeten mit begrenzten Ressourcen ein „gutes Leben“ mit sozialem Fundament für möglichst viele Menschen gewährleisten – jetzt und in Zukunft? Suffizienz knüpft dabei an grundlegende Werte unserer Gesellschaft und auch an christliche Werte an: ein „gutes Genug“ ohne Verschwendung. Institutionen wie der Sachverständigenrat für Umweltfragen, die EU-Kommission, der Deutsche Städtetag und auch die Kirchen, organisiert im ökumenischen Netzwerk „Eine Erde“, fordern eine Suffizienzpolitik.









