Das Hundertfüßer-Projekt „Diensträder“ am Freiburger Karl-Rahner-Haus
Seit Juni 2021 gibt es das Förderprogramm "Hundertfüßer", gespeist aus dem Klimaschutz-Fonds. Als eine der ersten Einrichtungen der Erzdiözese hat das Karl-Rahner-Haus einen Antrag gestellt.
Geschäftsführerin Michaela Schätzle und Hauswirtschaftsleiter Johannes Pfaff sind in der Innenstadt meist mit dem Rad unterwegs.
Neulich musste Martina Schätzle zu Fuß ins Ordinariat gehen: Beide Diensträder, die normalerweise in der Tiefgarage des Karl-Rahner-Hauses stehen, waren ausgeliehen. Wirklich geärgert hat sich die Geschäftsführerin des Hauses über den unfreiwilligen Fußweg nicht: Zum einen ist es nicht sehr weit in die Freiburger Herrenstraße, zum anderen zeigte ihr diese Erfahrung, wie gut die Idee mit den Rädern bei den Mitarbeitenden des Hauses ankommt.
Seit Sommer 2021 gibt es die beiden schwarzen, schlichten Räder – mit abnehmbarem Korb auf dem Gepäckträger und „genderneutralem Trapez-Einstieg“, wie Schätzle lachend sagt: Schließlich sollen möglichst alle damit fahren können. In der Freiburger Innenstadt mit ihren kurzen Wegen sei das einfach sinnvoll, egal ob es zu einem Termin in die Katholische Akademie oder ins Seelsorgeamt, zum Einkauf auf den Münstermarkt oder in den Baumarkt geht: „Schneller, gesünder und CO2-neutral ans Ziel“, hat Schätzle als Motto für die Räder ausgegeben.
Johannes Pfaff kümmert sich auch um den Zustand der Räder, Michaela Schätzle hat das Ausleihen so einfach wie möglich organisiert.
„Ich brauch’ sie fast täglich“, sagt Hauswirtschaftsleiter Johannes Pfaff, schließlich gebe es ständig irgendetwas in der Stadt zu besorgen. Das „Hundertfüßer“-Programm der Erzdiözese hat die Anschaffung der beiden Fahrräder und zweier stabiler Schlösser mit 2.400 Euro gefördert. „Wir mussten nur den Kostenvoranschlag für ein Fahrrad und eine kurze Beschreibung einreichen, dann ging’s schnell und unkompliziert“, sagt Schätzle. Alle gut 40 Mitarbeitenden im Haus dürfen seitdem die Räder nutzen.
Denn nicht jeder habe ein eigenes Rad dabei, mancher komme mit Auto oder Zug und Straßenbahn aus dem Umland zur Arbeit, sagt Schätzle. Da seien die Diensträder unten in der Garage einfach praktisch. Von ihrem Standort geht es treppenlos direkt auf die Habsburger Straße; das Ausleihen hat Schätzle so einfach wie möglich organisiert: Die Mitarbeitenden kennen die Nummern der beiden Zahlenschlösser, einen Schlüssel braucht es also nicht, eine Anmeldung auch nicht: „Das läuft auf Vertrauensbasis.“
Der abnehmbare Korb hilf bei kleinen Einkäufen zwischendurch – sei es auf dem Münstermarkt oder im Baumarkt.
Johannes Pfaff und sein Team nutzen die Räder nicht nur, sie sorgen auch dafür, dass diese noch lange gut fahren: „Wir reinigen, ölen, flicken…“, sagt er, „gerade nach dem Winter muss man sich schon ein bisschen kümmern, aber das geht nebenher, wenn sonst mal weniger los ist.“ Er könnte sich auch vorstellen, künftig ein Lastenfahrrad mit E-Motor für größere Einkäufe zu nutzen.
Bei der Anschaffung der beiden Diensträder hat Schätzle aber extra auf einen Elektroantrieb verzichtet: „Bei unseren recht kurzen Wegen geht es auch ohne – das ist gesünder und verbraucht keinen Strom.“