Ökumenisches Frauenfrühstück

28.09.2024 |

Vortrag zum Superfood Hülsenfrüchte bei der Gruppe "5 nach 9" der Kirchengemeinde St. Aegidius in Leimen-St. Ilgen (bei Heidelberg)

Vielfalt der Hülsenfrüchte

Fair. Nah. Logisch. heißt eine Initiative des Erzbistums Freiburg, die sich den Themen Klimagerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen und Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen widmet und Veranstaltungen zu nachhaltigem Umgang mit Ernährung, Energie und Kleidung anbietet. Eine der "Botschafterinnen für die Schöpfung" ist Frau Angelika Haaf, die wir als Referentin zum Thema Hülsenfrüchte gewinnen konnten. Mit familieneigenem Bio-Bauernhof in der Nähe von Tauberbischofsheim ist sie außerdem seit Jahrzehnten der Basis der Nahrungsmittelerzeugung verbunden.
 
Jede/r kennt seit ehedem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen, aber es ist zu begrüßen, dass sie im Bewusstsein der Konsumenten wieder eine wachsende Bedeutung erlangen. Denn sie sind gesund, lecker und preiswert  und als Eiweißlieferant ein guter Fleischersatz, in modernem Sprech ein "Superfood". Sie zählen zu den 20.000 Arten an Schmetterlingsblütlern und sind mit ihren schönen Blüten auch wichtig für Insekten. Aufgrund ihrer Knöllchenbakterien produzieren sie Stickstoff und bereichern damit den Boden.
 
Frau Haaf erläuterte weitere Arten, deren Herkunft und wie lange sie schon angebaut werden, Erbsen z.B. schon seit ca. 8.000 Jahren, in China liefern sie auch die Stärke zur Herstellung von Glasnudeln. Sojabohnen kennt man dort seit 2.800 v. Chr. - als wärmeliebende Pflanzen gedeihen sie inzwischen aufgrund des Klimawandels auch bei uns. Kichererbsen kamen ebenfalls aus dem Osten über Griechenland und Italien nach ganz Europa. Frau Haaf brachte Rezepte mit, sie ging auf den Umgang mit den Produkten in der Küche ein und gab umfangreiche Tipps. Einige Rezepte hatte das Vorbereitungsteam bereits umgesetzt, verschiedene Dipps und Hummus wurden auf dem wie immer üppigen Buffet angeboten.
 
Als Tischdekoration waren diverse Hülsenfrüchte ausgelegt, Frau Haaf hatte einen Setzkasten mit zahlreichen Bohnensorten mitgebracht, daneben gab es Bilder der Pflanzen, Kochbücher, Küchenutensilien und auch Geschichten in Form von Szenen, wie die biblische über den Linsenbrei bei Esau und Isaak - und das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse.
Der lebendige und vielseitige Vortrag von Frau Haaf wurde bereits mit Zwischenbeifall quittiert, denn im Sinne der Nachhaltigkeit "musste" sie auch einige Kritikpunkte erwähnen, wie sie selbst äußerte. Bewusst stellte sie die provokante Frage: Kann man mit Hülsenfrüchten die Welt retten? Ein bisschen schon - würden wir von Fleisch und Zucker die Hälfte, aber das Doppelte an Hülsenfrüchten und Obst essen, wäre ein guter Schritt getan.
 
Herzlichen Dank an Frau Haaf und das Team "5 nach 9" für einen interessanten und schmackhaften Vormittag!
Text und Fotos: Beatrice Hofmann