Der Turmfalke – Jäger der Lüfte

Der Turmfalke ist nach dem Mäusebussard der zweithäufigste Greifvogel Deutschlands. Besonders auffällig ist sein "Rüttelflug": Mit schnellen Flügelschlägen und gefächertem Schwanz steht er scheinbar regungslos in der Luft, um Beute wie Wühlmäuse aufzuspüren.
 
Neben Kleinsäugern frisst er auch kleine Vögel, Eidechsen und Insekten, die er von einer Ansitzwarte aus jagt. Sein Sehvermögen ist dabei bemerkenswert: Er kann die UV-Spuren von Mäusen erkennen und so ihre Laufwege aufspüren.
 
Sein Lebensraum reicht von offenen Landschaften bis in Stadtgebiete. Hohe Bauwerke wie Kirchtürme bieten ihm ideale Brutplätze – sie gewähren ihnen Schutz und einen weiten Blick über ihr Jagdrevier. Eigene Nester bauen Turmfalken nicht – stattdessen beziehen sie Spalten in Gebäuden oder nutzen verlassene Nester anderer Vögel.
 
Turmfalken sind in Städten häufig auf Kirchtürmen oder Hochhäusern anzutreffen, wo sie ihr charakteristisches "Ki-ki-ki"-Rufen von sich geben. Obwohl ihr Bestand in Deutschland als stabil gilt, werden sie in der Roten Liste Baden-Württembergs als Art der Vorwarnliste geführt (Kategorie V). Deutschland beherbergt einen bedeutenden Teil der europäischen Population (ca. 50.000 Brutpaare), was eine besondere Verantwortung für ihren Fortbestand mit sich bringt.