Der "Platz an der Sonne" beim Umweltpreis 2020 geht nach Karlsruhe in die Südstadt und dort ans Gemeindeteam der Pfarrei "Unserer Lieben Frau". Die Fastenaktion "Ein Indianer kennt kein Plastik" hat mit ihrer klaren Fokussierung, der Vielfalt und Qualität der einzelnen Aktionen, mit ihrer breiten Beteiligung und mit ihrer spirituellen Dimension die Jury einfach überzeugt. Film ab!
"Ein Indianer kennt kein Plastik", das dürfte wohl wahr sein. In der Südstadt von Karlsruhe, deren Bewohnerinnen und Bewohner seit über 100 Jahren den Beinamen Indianer tragen, dürfte es eher umgekehrt sein: "Kein Südstadt-Indianer kennt kein Plastik".
Das hat das Gemeindeteam der Pfarrei "Unserer Lieben Frau" veranlasst, eine umfangreiche Aktion zu starten, die sich über die gesamte Fastenzeit auf die Vermeidung von Plastik fokussiert. Eröffnung war im Aschermittwochsgottesdienst 2019. Sieben Wochen und 15 kleinere und größere Veranstaltungen später mündete das Plastik-Fasten der Südstadt-Indianer in der Auferstehungsfeier der Osternacht.
Das Gemeindeteam hatte alle Altersgruppen im Blick. Entsprechend bunt und unterschiedlich waren die Formate. Sie reichten vom Plastik-Vermeidungs-Stammtisch in der Süßen Marie, einer veganen Wirtschaft, über ein Umwelttheater für alle Kitas der Südstadt bis zum Nachhaltigkeits-Rundgang mit dem Künsterinnenpaar ANA & ANDA. Für einen Impulsvortrag zu "Laudato Sí" war sogar die diözesane Umweltbeauftragte aus Regensburg angereist.
Bemerkenswert ist auch, dass über 19 Partnerinnen und Sponsoren für die Aktion gefunden wurden – weit über den Kreis der üblichen Verdächtigen bei kirchlichen Anliegen hinaus. Mit dabei waren zum Beispiel ein Baumarkt, eine Apotheke, das städtische Amt für Abfallwirtschaft, ein Kino oder ein Lebensmitteleinzelhändler mit je eigenem, individuellem Beitrag zur Plastikvermeidung.





