Es ist der 09. Mai 2017, als in einem Garten in Herten bei Rheinfelden ein freier Bienenschwarm gesichtet wird. Ein solch summendes Schauspiel ist nicht alltäglich. Was damit tun? Ist so ein Schwarm gefährlich? Kann man den einfangen?
Zum Glück war wenige Tage zuvor in der Lokalzeitung von einem Baukurs für Bienenbeuten – so nennen die Profis einen Bienenkasten – berichtet worden. Daher ging die Meldung vom Bienenschwarm bei den Bienenfreunden Rheinfelden ein. Die wiederum funkten umgehend in der Karl Rolfus Schule in Herten, an: "Bringt Eure Schülerinnen und Schüler! Jetzt können wir unsere Beuten, die wir mit ihnen gebaut haben, mit Bienen füllen."
Tatsächlich warteten die sieben Schülerinnen und Schüler, die sich am Berufsschulzweig der Rolfus-Schule in Trägerschaft des Josefshauses Herten auf ihren Berufseinstieg vorbereiten, schon sehnsüchtig. In den Wochen zuvor waren sie im Unterricht ausführlich über Bienen und ihre Haltung eingewiesen worden. In einem Selbstbaukurs hatten sie, zusammen mit anderen interessierten Neu-Imkern, zehn Bienenkästen nach dem Vorbild von Emil Warré gebaut. Dieser französische Geistliche hatte Ende des 19. Jahrhunderts eine Bienenbeute entwickelt, die einerseits das natürliche Verhalten der Biene berücksichtigt und andererseits sehr einfach zu handhaben ist.
Es war es sehr spannend, wie der Schwarm eingefangen und in die bunt bemalte Beute der Schüler eingesetzt wurde. Aber dann ging es erst richtig los. Die Beute und das Bienenvolk wurden im Stadtgärtle von Rheinfelden stationiert und von nun an wöchentlich betreut. Der Bienenstock musste laufend gewogen werden, um zu kontrollieren, ob die Bienen genug Nahrung finden oder ob zugefüttert werden muss. Beim Besuch wurde nach toten Bienen Ausschau gehalten und das Flugverhalten kontrolliert. Und durch eine eigens eingebaute Glasscheibe kann man auch erkennen, ob und wie die Waben im Stock wachsen. Alle Beobachtungen wurden natürlich festgehalten und im sogenannten Stocktagebuch verzeichnet.
Inzwischen steht ein zweites Bienenvolk direkt an der Schule und wird von einer anderen Schulgruppe betreut, der Garten AG. Darüber hinaus sorgen die Selbstbaukurse für Bienenbeuten und die Betreuung von Jungimkern bei ihren ersten Schritten dafür, dass die Bienen und die Bienenhaltung sich verbreiten. Und der Wert der Biene für Natur und Kultur ist unstrittig.
Preisgeld: 1.200,- Euro






