Wer als Elektro-Mobilist im Murgtal im Nordschwarzwald unterwegs oder zu Besuch ist und Stromdurst verspürt, sollte bei der Kirche St. Wendelin in Weisenbach Station machen. Während die Besucherin oder der Besucher in der Kirche geistliche Nahrung tankt, lädt sich gleichzeitig Handy, e-Bike oder e-Auto kostenlos auf.
Beim Gemeindehaus im Belzerweg 1 steht nämlich ein robustes, topinnovatives, solarunterstütztes Fahrradhäuschen das Stellplätze für acht Fahrräder bietet. Vor Regen geschützt werden die Räder durch Photovoltaikmodule, die Sonnenstrom erzeugen. Der Clou an dem Häuschen ist aber, dass vier e-Bikes direkt dort angeschlossen und aufgeladen werden können. Gleichzeitig ist es möglich, zwei Elektro-Autos zu parken und das eine flott und das andere genüsslich aufzuladen. Sogar an die allgegenwärtige Akku-Not der Handynutzer ist gedacht: Zwei der acht integrierten Schließfächer sind mit einer Steckdose ausgerüstet.
Aber wie kommt ein solch innovatives Pilot-Sonnen-Häuschen nach Weisenbach und zur Kirche St. Wendelin?
Es haben sich drei Partner mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Neigungen gefunden: Im Klimaschutzkonzept der Kommune Weisenbach im Murgtal steht beim Handlungsfeld Mobilität, Zielkategorie A: Ausbau der Ladeinfrastruktur.
In Weisenbach wohnt einer der Firmengründer von W-Quadrat mit seiner Familie. W-Quadrat ist einer der Photovoltaikpioniere im Nordschwarzwald und hat seinen Firmensitz im nahen Gernsbach.
Die dritte im Bunde, die Pfarrei St. Wendelin in Weisenbach, war eine Vorreiterin in Sachen Photovoltaik. Kurz nach der Jahrtausendwende, im Jahr 2001, wurde auf dem Gemeindehaus eine Sonnenstromanlage installiert – damals noch mit dem legendären 300 Kirchendächer-Programm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. 2015 wurde nach den guten Erfahrungen die Anlage kurzerhand verdoppelt und hat nun eine Leistung von 12 Kilowattpeak.
Dass die Photovoltaikerfahrung der Pfarrei, das Ladestationenziel der Kommune und der Ideenreichtum von W-Quadrat so segensreich zusammengefunden haben, hat dieses Projekt erst möglich gemacht.
Preisgeld: 600,- Euro






